Profil Taikonauten Seevetal / Wadaiko Airon Dai
| Gruppengründung: | 2008 |
| Gruppenleiter: | Katja Nill |
| Standort: | Seevetal-Meckelfeld |
| Angebot: | Kurse für Erwachsene |
| Kontakt: | www.katja-nill.de |
| Telefon: | 04105-7705859 |
Ich, Katja Nill, schlage die Taiko seit 2001 und spiele bei Yo Bachi Daiko, Hamburg.
Gruppengründung:
Die „Taikonauten Seevetal“ sind aus einem Schnupperkurs entstanden, den ich an der Musikschule Seevetal im November 2008 gegeben habe und bestehen seit April 2009 als feste Übungsgruppe. Wir sind eine Gruppe von 11 Frauen zwischen 15 und 53 Jahren und trommeln einmal wöchentlich miteinander.
Unsere Trommeln:
Unsere Taikos sind bunt gemischt und von Oliver Boldt großzügig herbeigezaubert: Eine Trommlerin hat ihre eigene Miya-Daiko in der Obhut von Oliver gebaut, zwei Taikos aus China, die wir günstig erwerben konnten, und einige „ältere“ Taikos, die wir vorher bei „Yo Bachi Daiko“ gespielt haben. Aus einer Okedo haben wir zwei gemacht, indem wir zwei zylindrische Corpi mit jeweils einem Fell und einer Spanplatte „bezogen“ haben – wir spielen sie auch nur auf dem Ständer.
Zwei Frauen haben mittlerweile eine kleinere Übungstrommel (Kuwa), auf denen sie zuhause üben können.
Gruppenname:
Der Name "Taikonauten Seevetal" drückt die Zugehörigkeit zum "Taikonauten Dojo" von Yo Bachi Daiko aus.
Als wir die Anfrage für einen Auftritt beim Tanzspektakel bekamen (siehe Bericht unten), kam der Wunsch bei den Trommlerinnen auf nach einem "richtigen" Gruppennamen.
So entstand der Name „Wadaiko Airon Dai“.
„Airon Dai“ bedeutet „Bügelbrett“ und weist auf die Übepraktiken einiger Teilnehmerinnen hin: da die meisten keine eigene Trommel besitzen oder sie zuhause nicht spielen können, wird eben auch auf dem Bügelbrett getrommelt.
Aktivitäten:
Die Trommlerinnen sind hochmotiviert und inzwischen besuchen viele regelmäßig die Workshops von Peter Su Markus.
Auftritte sind bedingt ein Thema – die meisten möchten ihre Freude und Leidenschaft ihren Freunden und Familien zeigen – Taiko nicht erklären, sondern ein Gefühl (mit)teilen.
Und dies haben wir eine Woche nach dem Tanzspektakel auch noch gemacht: ein Taikofest inHamburg in den Proberäumen von Yo Bachi Daiko.
Damit alle „Taikonauten“ sich mal kennenlernen konnten, haben wir uns alle getroffen, getrommelt und gefeiert: die Taikonauten Hamburg von Oliver, Wadaiko Airon Dai, die Jugendlichen aus Buxtehude von Thurid, Yo Bachi Daiko, dazu Freunde und Familienmitglieder und viele Kinder.
Exkurs: Wie ein Auftritt förderlich sein kann für eine Gruppe
Ich möchte ein Beispiel dafür geben, dass ein Auftritt nicht unbedingt Selbstdarstellung der Trommler sein muss, sondern wie eine Gruppe dadurch zusammenwachsen kann und eine „Gruppenidentität“ entwickeln kann.
Im Frühsommer 2009 kam Kathi, eine Tanzpädagogin der Musikschule – wir haben schon in vielen Musiktheaterprojekten zusammengearbeitet – mit einer Idee auf mich zu.
Sie plante im Herbst ein Tanzspektakel mit dem Motto„Musik und Tanz sind Geschwister“ und wollte ihren SchülerInnen ermöglichen, zu unterschiedlicher „handgemachter“ Musik zu tanzen. Taiko kannte sie nicht und sie kam in eine Übungsstunde, war berührt und ließ sich inspirieren.
Wir arbeiteten an den Stücken „Matsuri Daiko“ und „Mitsu Uchi“ und ich machte eine Audio-und Videoaufnahme von unserer „Werkstatt“ für Kathi und für uns selbst.
In den Sommerferien hat sie dann eine Choreographie für Mitsu Uchi für ca. 10 Tänzerinnen im Alter von 16 – 18 Jahren entwickelt.
Nach den Sommerferien trafen sich alle Beteiligten (ca. 100 TänzerInnen von 4 – 18 Jahren und Musiker) um das gemeinsame Finale zu proben. Die TänzerInnen kamen alle noch mal auf die Bühne und wir Trommlerinnen sollten sie begleiten, bevor alle gemeinsam mit einem Stück von Michael Jackson endeten.
Wir wussten nicht, was auf uns zukommt. Ich hatte den swingenden Grundrhythmus als Basis genommen und wir haben dann ein paar einfache Rhythmen darauf gespielt. Oliver hat dann auf der Okedo improvisiert, bevor der nächste Rhythmus kam. Es war Bewegungsbegleitung pur und wir mussten uns ganz auf die Tänzerinnen einstellen, was wir bei der Aufführung auch endlich geschafft haben. Spannend!
Kathis Tanzgruppe und wir Taikofrauen hatten drei gemeinsame Proben.
Im Gegensatz zum Finale konnten wir unser Arrangement durchspielen und mussten uns nur mit dem Tempo auf die Tänzerinnen einstellen. Wir standen hinter der Tanzgruppe und den Tänzerinnen zuzusehen und bei sich zu bleiben, war für viele schon eine große Herausforderung. Die Tänzerinnen arbeiteten an Präzision, wir auch.
Für uns Trommlerinnen war es eine hohe Motivation. Selbst die Langsameren in der Gruppe übten zuhause, und wir blieben über einen langen Zeitraum an den Stücken, was einfach wunderbar war und die Rhythmen verinnerlicht werden konnten. Eine Trommlerin nähte sogar Schärpen für alle, fiel aber am Tag des Tanzspektakels wegen Krankheit aus.
Es ging im Endeffekt nicht um den Auftritt selbst, sondern um die ganze Vorbereitung und das Identifizieren mit der Gruppe.
Ende November war es dann soweit und es hat super geklappt (auch das Finale!).
Die Gruppe ist toll zusammengewachsen und hat gelernt, auch durch die Sicherheit in den Rhythmen, wirklich miteinander zu trommeln und aufeinander zu achten.
Es macht mir riesigen Freude, mit diesen energievollen Frauen zu trommeln!
Katja Nill, Februar 2010