Profil Haguruma Daiko
Gruppenname:
Die deutsche Gruppe „Haguruma Daiko“, erhielt ihren Namen 1997 von Kayoko Sakaoka der Gründerin der in Takefu / Japan lebenden Gruppe „Wadaiko Haguruma“.
Haguruma bedeutet in der Übersetzung Zahnrad oder auch Speiche. Da Zahnräder, die in ihrer heutigen Form eingesetzt werden, erst im Zeitalter moderner Maschinentechnologie aufkamen, ist die Übersetzung, in der der Begriff „Haguruma“ als Zahnrad verstanden wird, somit der Gegenwart zuzuordnen. Die Übersetzung in der „Haguruma“ als eine oder mehrere Speichen eines Rades verstanden wird, ist dagegen ein Begriff aus der japanischen Vergangenheit. Beide Übersetzungen tragen den Begriff des Rades in sich.
Wer sich mit der Glaubensgeschichte Asiens beschäftigt hat weiß, welch großen Stellenwert das Rad in diesen Kulturen einnimmt. Das Rad bedeutet in den Lehren des Zen und Tao immer Bewegung und Fortschritt auf einem Weg zur persönlichen Entwicklung. Es gäbe viele Möglichkeiten der Interpretation des Begriffes „Haguruma“. Die Trommler der Gruppe sehen den Begriff wie folgt erklärt.
„So wie die Zähne eines Getriebes ineinander greifen, müssen auch die Fähigkeiten eines jeden Gruppenmitglieds ineinander greifen, um eine Harmonie des Ganzen zu erzielen. Wird ein Zahn aus diesem Getriebe heraus gebrochen, kann man kaum erwarten, dass das Getriebe auf Dauer funktionieren wird. So ist die Gruppe ein Produkt der ineinander greifenden Fähigkeiten eines jeden Einzelnen ihrer Mitglieder.“
Gruppengründer:
Peter „SU“ Markus, ist der Gründer und Lehrer der Gruppe „Haguruma Daiko“. Er sieht sich nicht als Meister des Taiko und versteht sich dementsprechend mehr in der Position eines Lehrers, der sich bemüht seine Unterrichtsinhalte im Sinne der traditionellen Auffassung des Taiko zu vermitteln.
Seit seiner Jugend beschäftigt er sich mit den Kulturen Chinas und Japans. 1975 begann er die südchinesische Stilrichtung der Kampfkunst der Shaolin Mönche in einer eigenen Schule zu unterrichten und blickt daher auf eine langjährige Erfahrung in der Unterweisung asiatischer Bewegungssysteme zurück.
Seit 1981 verfolgte er neben der Kampfkunst mit großem Interesse den Weg der japanischen Taiko in der westlichen Welt und betrachtet das Taiko heute als den logischen Fortschritt seines Kampfkunstweges.
1990 begann unter der Anleitung von Monika Baumgartl mit dem aktiven Schlagen der Taiko. Seit 1997 betrachtet er Tsutomu Koizumi, den Lehrer der Gruppe „Wadaiko Haguruma“ in Japan als seinen Sensei im traditionellen Verständnis und obwohl seit dem Jahr 2000 kein Kontakt mehr zu Tsutomu Koizumi besteht, wird er entsprechend des traditionellen Grundempfindens weiterhin als der Sensei der Gruppe „Haguruma Daiko“ in Deutschland verstanden.
Innerhalb des traditionellen Taikos sieht er seinen Arbeitsschwerpunkt vor allem im Unterricht und der schriftlichen Bearbeitung und Zusammenfassung des Hintergrundes des traditionellen Taikos. Seit der Gründung seiner Schule im Jahre 1997 hat er bis zum Jahr 2007 über 400 Workshops geleitet und insgesamt etwa 16500 Stunden Unterricht gegeben. Mit Blick auf diese Unterrichtsleistung betrachtet er sich selber als einer der führenden Lehrer des traditionellen Taikos in Deutschland.
Er vertritt die Auffassung, dass das japanische Trommeln als Bestandteil einer lebendigen und intakten japanischen Kultur, von Trommlern die nicht geborener Bestandteil dieser Kultur sind, lediglich als Leihgabe zu betrachten und dementsprechend sorgsam zu behandeln ist.
Gruppenphilosophie:
Bereits zu einem Zeitpunkt, als das Taiko in Deutschland und Europa noch weitgehend unbekannt war betrachteten die Mitglieder der Gruppe die Möglichkeit an der neuzeitlichen Weiterentwicklung des Taiko in der westlichen Welt aktiv mitzuarbeiten, vor allem als eine kulturelle Verpflichtung gegenüber dem japanischen Trommeln wie es in Japan verstanden wird und begannen diese gegen alle Wiederstände in Deutschland umzusetzen. Das Taiko sollte ihrer Auffassung nach so weitergegeben werden, wie es ihnen in Japan vermittelt wurde. Aus diesem Grund sind die Mitglieder der Gruppe bemüht bei der Vermittlung des Taiko auch auf dessen kulturelle Hintergründe und Wurzeln hinzuweisen. Dennoch erleben sie ihre Arbeit immer wieder als eine Gratwanderung. In den Augen vieler Japaner sind sie in ihrer Arbeitsweise nicht traditionell genug oder es wird ihnen als nicht Japanern generell die Fähigkeit das Taiko vermitteln zu können abgesprochen. Vielen Europäern dagegen erscheinen sie in ihrem Auftreten zu hart und in ihrem traditionellen Verständnis fast schon fanatisch.
Die Mitglieder der Gruppe Haguruma Daiko betrachten ihre Arbeit als das von Herzen kommendes Bemühen die Taiko im Sinne ihres Ursprungs zu schlagen und sehen dementsprechend allen unterschiedlichen Auffassungen und Meinungen zum Trotz, keine Notwendigkeit ihre Arbeitweise in irgendeiner Form weitergehend zu rechfertigen. Den Teilnehmern unserer Workshops bieten wir die Möglichkeit sich unserem Bemühen anzuschließen und dieses bei ihrer Art die Taiko zu schlagen respektvoll zu berücksichtigen.
Gruppeninhalte:
Taiko Unterricht
Seinen zentralen Sitz hat Haguruma Daiko in Duisburg. Das Dojo der Gruppe befindet sich in einem Gewerbegebiet in Düsseldorf. Im Haguruma Dojo haben Taikointeressierte die Möglichkeit sich in unterschiedlichen Leistungsstufen im traditionellen Schlagen der Taiko zu üben.
Workshops
Haguruma Daiko führt im gesamten europäischen Raum Workshops im traditionellen Taiko durch. Dabei liegt der Schwerpunkt dieser Workshops darin, einen Einblick in das breite Spektrum des traditionellen Taiko zu geben und die Gründung eigenständiger Taikogruppen anzuregen und unterstützend zu begleiten.
Taiko Lehrerausbildung
In den letzten Jahren hat das Interesse am Taiko stark zugenommen. Inzwischen haben sich aus der Zusammenarbeit mit Haguruma Daiko feste Taikogruppen in Hamburg, Berlin, Boppard, Ditzenbach, Brüssel, Laufen, Fulda und Frankenthal gebildet. Damit ergibt sich die Notwendigkeit eines intensiveren Ausbildungsangebotes für die jeweiligen Gruppenleiter und fortgeschrittenen Trommler dieser Gruppen.
ständige Weiterentwicklung eines Unterrichtsplans in Form einer Taikolehrerausbildung betrieben, der ein gleich bleibend hohes Unterrichtsniveau in allen Gruppen ermöglichen soll.
Taiko Auftrittsgruppe
„Wadaiko Haguruma“ besteht aus 10 Mitgliedern des „inneren Kreises“ des Haguruma Daiko Dojos. Mit ihrem Auftrittsprogramm wollen die Trommler um Peter „Su“ Markus einen Eindruck dessen vermitteln, was in Japan unter dem Begriff „Wadaiko“ verstanden wird, ohne jedoch die japanischen Trommler zu kopieren. Innerhalb dieses Programms spielt das Herz und die Hingabe jedes einzelnen Trommlers zum japanischen Trommeln vor seinen technischen Fähigkeiten die zentrale Rolle. Es geht den Trommlern nicht darum dem Betrachter eine „Show mit Taikos“ zu bieten.
Die Gruppe sieht ihre Aufgabe in der Verknüpfung der Fähigkeiten jedes Einzelnen in Bezug auf Kraft, Konzentration, Ausdauer und Koordination zu einem, die archaischen Urgefühle der Zuschauer ansprechenden Gesamtbild.
Auch wenn sie in der Gegenwart neu arrangiert wurden, besitzt doch jedes dieser Stücke seine traditionellen Wurzel in der japanischen Kultur. Stücke wie zum Beispiel „Yatai Bayashi“, „Miyake“ oder „Hachijo“ blicken dabei auf eine Jahrhunderte alte Entwicklungsgeschichte zurück.
ischen wieder enge Kontakte zu japanischen Taikogruppen und aus der Arbeit mit ihrer neuen Partnergruppe „Nanke Satake Daiko“ aus Yuzawa in der Präfektur Akita stammen Stücke wie „Natsu“, „Hana“ und „Kizuna“. Wobei die Stücke „Hana“ und Kizuna“ speziell für die Begegnung der japanischen und deutschen Trommler geschrieben wurden. „Kizuna“ bedeutet übersetzt „eine feste Bindung“ und soll den gegenseitigen Respekt und die Freundschaft, die die Trommler beider Gruppen füreinander empfinden, zum Ausdruck bringen.
Die Gruppe kann für jede Veranstaltung gebucht werden. Eine Ausnahme stellen lediglich Veranstaltungen mit politischen Aussagen oder Veranstaltungen dar, die in irgendeiner Form die Menschenrechte diskriminieren.
Veranstaltungen mit einem gemeinnützigen beziehungsweise karitativen Hintergrund werden von den Trommlern von Wadaiko Haguruma besonders unterstützt. Alle Anfragen aus diesem Bereich werden im Haguruma Projekt vorrangig behandelt und, soweit es die bestehende Terminplanung zulässt, positiv beantwortet.
Taiko Archiv
Im Haguruma Archiv werden Informationen über und um das Taiko aus aller Welt gesammelt und archiviert und bei Bedarf an die Mitglieder der Deutschen Taiko Foundation weitergegeben. Interessierte finden hier Informationen über:
· Taikos, Begleitinstrumente und Zubehör
· Taikobau
· Noten und Unterrichtsmaterial
· Taiko auf CDs und Video
· Taiko Literatur